Medien

TBC – Total blödes Clickbait

Habt ihr schon einmal Panik gehabt? Begründet oder nicht, jedenfalls nicht wirklich steuerbar.
Nun stellt euch kurz vor, ihr seid Schüler einer Dresdner Schule. An dieser ist ein Fall von Tuberkulose aufgetreten. Kurz darauf noch drei weitere. Eltern wurden informiert. Nach der regulären Inkubationszeit (übrigens mindestens 8 Wochen) sollen weitere Tests stattfinden. Ihr seid gedanklich immer noch Schüler, ein Kind. Und als Schüler nutzt man heutzutage auch ein Smartphone… liest womöglich Nachrichten… und dann seht ihr diese Headlines in den Tagesmedien: weiter…

Gleichstellung, Medien, Politik

Frauen in Medien und Politik

Neulich war ich in Köln. Bei den »Medienfrauen NRW 2017« habe ich einen Workshop zum Thema »Präsentieren und Netzwerken« gegeben. Eine super Veranstaltung, um jungen Frauen zu zeigen, was alles machbar ist. Um ihnen Mut zu machen und um in Zukunft so hoffentlich viel mehr Frauen in Medienunternehmen zu sehen. Denn gerade Chefredaktionen und Redaktionsleitungen sind überwiegend mit Männern besetzt. Auf den verschiedenen Panels bei den Medienfrauen waren sich alle ziemlich einig, dass redaktionelle Themen anders gesetzt werden würden, wenn mehr Frauen entscheiden könnten. Aber auch hier: Die Mischung machts.
Den Live-Blog zum Workshop und den Panels könnt ihr auf der Seite der Medienfrauen NRW nachlesen.

Sehr spannend fand ich, was für Fragen von den Teilnehmerinnen kamen. Zum Beispiel kam eine junge Frau zu mir und fragte: »Was wenn ich nun aber den Job unbedingt haben möchte und der Chef schon beim Einstellungsgespräch seltsame Andeutungen macht?«
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Gleichstellung

#metoo: hoffentlich nicht nur eine Blase

Seit ein paar Wochen finden sich in meiner Timeline jede Menge #metoo- und #menot- oder inzwischen auch #howIwillchange-Beiträge. Mutige Frauen (und inzwischen auch jede Menge Männern) berichten offen darüber, welche Erfahrungen sie mit sexualisierter Gewalt oder Sexismus gemacht haben. Ein bisschen erschlägt es mich – es tut weh, denn es ist brutal ehrlich.

Aber: Ich habe mich unweigerlich mit mir selbst beschäftigt – ob ich wollte oder nicht. Ich musste diese eine große, schwarze Kiste mit dem Inhalt, den ich gar nicht so klar vor mir gesehen habe oder auch sehen wollte, einmal anfassen und wenigstens einen Blick hinein werfen. Ein ernüchterndes Ergebnis: Ja, ich könnte auch einen #metoo-Beitrag schreiben. Über den mich misshandelnden Ex-Freund. Über Gespräche im Job, die mein Gegenüber lieber in seine Badewanne verlegt hätte. Neins, die so nicht verstanden wurden. Oder auch über sehr unangebrachte und demütigende Sprüche, die ich in meinem Leben bisher gehört habe. Aber nein. Ich habe diese Kiste (ersteinmal) wieder fein säuberlich verstaut. Ich schreibe keinen privaten #metoo-Beitrag. Denn inzwischen sollte wirklich jeder wissen, dass so ziemlich jede Frau schon Erfahrungen mit Sexismus oder sexualisierter Gewalt gemacht hat.
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Politik

1 Prozent zu wenig und du bist der Loser.

Heute früh sagte jemand zu mir: »Mensch, da ging ja gestern ein riesen Beben durch Sachsen! Und dann kriegt noch einer den besten Job, der bei der Wahl voll abgelost hat.« Gemeint ist der Rücktritt des sächsischen Ministerpräsidenten Tillich und sein Vorschlag, den bisherigen CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer zum neuen Ministerpräsidenten zu machen. Mehr als dass Michael Kretschmer sein Bundestagsmandat an einen Kandidaten der AfD verloren hat, fiel mir in dem Moment nicht ein, da man hier in Sachsen so viel aus Berlin auch nicht mitbekommt.

Zeitgleich tauchten bei Facebook Kommentare auf wie: »Nun machen sie den Bock zum Gärtner…« oder »Prima, jetzt wird dem Verlierer der Wahl noch so ein hoher Posten verschafft…«
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Gleichstellung

#WhiteWednesdays: Von mutigen Frauen

Wenn ich morgen früh an meinen Kleiderschrank gehe, dann habe ich die Wahl. Ziehe ich einen kurzen Rock an oder eine Hose und ein schön tailliertes Oberteil. Gehe ich zum Spiegel und mache mir die Haare, kann ich mir überlegen, ob ich sie offen trage oder einen Zopf. Trage ich Make-Up oder nicht – ich habe die Wahl. Für mich eine Selbstverständlichkeit. Das ist nicht überall so.

Kennt ihr den #WhiteWednesdays? Unter diesem Hashtag veröffentlichen Frauen aus dem Iran Bilder von sich mit einem weißen Kleidungsstück oder weißen Kopftuch oder auch ganz ohne Kopftuch. Das Ganze als Protest gegen den Kopftuchzwang. Denn diesen gibt es nicht schon immer im Iran. Erst nach der Islamischen Revolution 1979 und Ayatollah Khomeini wurden Frauen gezwungen das Kopftuch zu tragen, auf Make-Up und westliche Mode zu verzichten. Selbst kurzärmelige Oberteilen sind seither tabu – unvorstellbar für uns.
Der Hashtag knüpft an die Facebookseite »My Stealthy Freedom« (Meine heimliche Freiheit) an. 2014 initiiert von der iranischen Journalistin Masih Alinejad, hat sie inzwischen über eine Millionen Fans und Abonnenten. Alinejad zahlt dafür einen hohen Preis, sie lebt im Exil. Nach Beginn der Kampagne veröffentlichte eine Nachrichtenagentur ein Foto von ihr und betitelte sie unter anderem als Prostituierte. Ihr geht es gar nicht darum Frauen zu sagen, sie sollen den Hijab nicht tragen, ihr geht es darum, den Frauen eine Plattform zu bieten, damit sie ihre Meinung sagen beziehungsweise zeigen können.
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Politik

Das Kreuz mit dem Kreuz

Seit ein paar Tagen stelle ich mir eine Frage: Sind wirklich alle Bürger mündig – und befähigt zu wählen? Dürfen wirklich alle mitbestimmen? Ja, richtig gelesen. Auch wenn ich jetzt vielleicht auf die Mütze bekomme: Ich zweifle gerade ernsthaft daran.

Fehlende Basics

Morgen ist Wahl – meine Frage betrifft aber nicht nur diese. Da kommen noch ein paar mehr. Ich höre also von Menschen in meinem Alter – die, wenn man es mal genau nimmt, schon ein paar Wahlgänge hinter sich gebracht haben sollten (sic!) – die Frage, wie das mit den Wahlscheinen ist. Muss man die beantragen? Oder bekomme ich den dann im Wahllokal? Apropos Wahllokal, wo ist das eigentlich? Ein Kreuz reicht – oder muss ich wirklich zwei machen? Ja, wir sprechen hier von den Basics der Basics.
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Gleichstellung, Politik

Schaumschlägerinnen in meiner Filterblase

Ich gebe zu, meine Filterblase dreht sich gerade zum Großteil um das Thema Frauen. Erfolgreiche Business-Frauen, Frauen die für Gleichstellung kämpfen oder Frauen die unglaublich tolle Projekte auf die Beine stellen. Und nein, ich will nicht zur Hardcore-Feministin werden. Ich will Fairness. Und, wie ich eben in einem Artikel las, die gibt es nach wie vor noch nicht: Erinnern wir uns daran, dass Frauen im Schnitt immer noch 21 % weniger verdienen als Männer. Woran das liegt? Daran, dass die Berufe, in denen typischerweise Frauen arbeiten, schlechter bezahlt werden. Und daran, dass Frauen noch viel zu selten in Führungsetagen arbeiten. Ich bin also grundsätzlich für eine gute Quote zwischen Mann und Frau – Fairness eben.

Nun besteht mein Filterblase natürlich nicht nur aus Frauen-Themen. Auch das Thema Politik und Bundestagswahl spielt derzeit eine recht große Rolle. Und schwupps, da haben wir auch schon das Thema für diesen Beitrag: Frau + Bundestagswahl und die Absurditäten drumherum.
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Gleichstellung, Medien

Billiges Titten-Klicken

Liebes Hitradio RTL Sachsen, könnten wir vielleicht mal ganz kurz über Moral und Anstand reden? Ich finde eure aktuelle Aktion »So sexy ist Sachsen« einfach nur schrecklich. Nein, nicht nur schrecklich, ich finde sie beschämend, frauenverachtend und unglaublich billig.

Ihr macht eine Aktion, was natürlich zu eurem Geschäft gehört und für den Hörer ist da sicher auch irgendein Mehrwert dabei…. äh, welcher noch gleich?

Euer Ziel bei der Aktion steht direkt im ersten Satz der Teilnahmebedingungen: »Zur Steigerung der Attraktivität des Hörfunkprogramms HITRADIO RTL, seiner Internetpräsentation www.HITRADIO-RTL.de, der HITRADIO RTL- App sowie des HITRADIO RTL- Facebook- Accounts führt der Veranstalter die Höreraktion „So sexy ist Sachsen“ durch.»
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Gleichstellung

Mädels, wir müssen reden

Gestern war ich beim Ladies Lunch. Eingeladen von der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping trafen sich gut 80 Unternehmerinnen und Gründerinnen in Chemnitz im Pumpwerk eins zum gemeinsamen Kennenlernen und Netzwerken. Cool Sache, wie ich finde. Und tatsächlich hat sich – Autobahn und Stau sei dank – meine Meinung zum Thema Gleichstellung nochmal ein wenig mehr verschärft. Nicht das ich vorher hier schon ne kleine Kämpferin für Gerechtigkeit gewesen wäre… 😉

Das Thema Gleichstellung ist wichtiger denn je

Mein Innerstes sagt mir immer, es muss alles fair und gerecht zugehen, jeder soll eine Chance haben und eigentlich sind alle Möglichkeiten da… bla bla bla… Genau, eigentlich!
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Politik

Wahlk(r)ampf, oder: So billig bekommt Ihr meine Stimme nicht!

»Die Bundestagswahl dient der Bestimmung der Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Sie findet nach Art. 39 des Grundgesetzes grundsätzlich alle vier Jahre statt.« Das sagt Wikipedia. Die vier Jahre sind fast rum und 61,5 Millionen Wahlberechtigte dürfen am 24. September zwei Kreuzchen machen. Aber Hallo? Wahlkampf? War da was? Haben Sie etwas mitbekommen?

Nun kann man sicher sagen: Hol- und Bringeschuld – Asche auf mein Haupt. Aber seien wir doch mal ehrlich: Jeder hat mit sich zu tun – und mein Kalender ist voll mit Geburtstagen, Arbeitsterminen und Elternabenden.

Der Einzige, der es bisher über meine Tür- und Gedankenschwelle geschafft hat ist Tilo Kießling. Der Direktkandidat der LINKEN in meinem Wahlkreis lag tatsächlich rund zwei Wochen in meinem Briefkasten – also sein Flyer. Es tut mir leid, lieber Tilo Kießling, ich denke, Sie können noch nicht einmal etwas dafür. Ich habe nur gar keinen Anlass gesehen, Sie mit in meine Wohnung zu nehmen. Warum? Ein DIN-lang Flyer, auf dem unter ihrem Gesicht in fetten Lettern »Bekanntmachung« steht – ich bin schwer zu kriegen, lieber Tilo Kießling, das gebe ich zu.
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