Politik

AfD oder der Herd ist verdammt heiß

Da sagt man zum Kind: »Fass bloß nicht auf den Herd, der ist heiß!«. Aber die Neugier siegt und das Kind macht es trotzdem. Autsch. Bevor es weh tut, der Mutter oder dem Vater zu glauben, die es ja wissen müssten? Nö! Da ist ein Reiz, den es auszutesten gilt. Immerhin, den Schmerz merkt es sich, und so wird das Kind höchstwahrscheinlich beim nächsten mal nicht mehr auf die Herdplatte greifen. Weh tat es dennoch. Operante Konditionierung nennt man das in der Psychologie, oder auch Lernen durch Belohnung oder Bestrafung. Zack, aua, ne ne, nich noch mal.

Seit einiger Zeit denke ich darüber nach, ob wir hier in Deutschland gerade ähnliches erleben, dieses Lernen durch Schmerz. Dafür lösen wir uns bitte vom Bild des Kindes – ich will ja niemanden für unmündig erklären. Was ich meine? Es geht uns so gut in Deutschland! Eigentlich muss kein Mensch auf der Straße leben, niemand muss hungern und Arbeit gibt es auch. Der Wirtschaft geht es blendend, die Arbeitslosenquote ist niedrig und wir haben im Vergleich zu anderen Ländern ein ausgesprochen gutes Gesundheitssystem. Ja klar, natürlich gibt es immer Dinge, die man besser machen kann. Luft nach oben ist noch genug. Aber: Es geht uns gut.

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Gleichstellung, Politik

Zum Buch: »Integriert doch erst mal uns!«

Erinnert ihr euch noch an Weihnachten 2015? Wie war die Stimmung bei euch? Auch hitzige Gespräche über Flüchtlinge, Asyl, Pegida? Ich kann mich recht gut erinnern. Nicht, weil ich auch Diskussionen führen musste. Nein, weil mir nach den Feiertagen viele Freunde davon berichteten, dass teilweise danach Tischtücher zerschnitten waren. »Das war ja wohl das schrecklichste Weihnachten überhaupt« hörte ich da. Weihnachten 2015 war anders! Jung gegen Alt, tolerant gegen besorgt. Eine Bekannte erzählte sogar davon, dass zwei Familien sich so heftig gestritten haben, dass sie auch Monate nach Weihnachten kein Wort mehr miteinander sprachen. Und dabei waren sie viele Jahre die besten Freunde.

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Medien

#churchtoo – und wo ist der Aufschrei?

Gestern wurde die Studie der katholischen Kirche zu den Missbrauchsfällen vorgestellt. Das Ergebnis ist erschütternd. Zwischen 1946 und 2014 sollen mindestens 1.670 katholische Kleriker 3.677 Minderjährige missbraucht haben. Diese Zahlen musste ich erstmal sacken lassen. Zumal es sich dabei nur um die bekannten Fälle handelt!

Bei tagesschau.de steht: »Auszugehen sei von einem großen Dunkelfeld. Dreßing verteidigte die Studie gegen Kritik: Dass die Untersuchungen aus Datenschutzgründen anonym erfolgen mussten und dass es nicht möglich gewesen sei, alle Taten seit 1946 zu erfassen, sei von vornherein bekannt gewesen.«

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Politik

Von Tränen und Hoffnung

Ich erinnere mich an zwei Szenen in meiner Kindheit, die mich sehr geprägt haben. Die erste: Ich muss 7 oder 8 Jahre alt gewesen sein. Ich sollte Lesen üben. Es war noch Winter, vermutlich Februar. Ich saß im Wohnzimmer – damals hieß das Stube –  meiner Großeltern, vor mir eine für mich riesige Zeitungsseite. Mir am Tisch gegenüber saß meine Oma und strickte. Ich las laut vor.

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Medien, Politik

Von Anstand und Respekt

Seit einigen Tagen verfolge ich die Diskussion über die Frage, ob das ZDF-Team beim Merkel-Besuch etwas falsch oder ob die Polizisten hätten etwas anderes tun müssen – oder, auch das kommt vor, ob der Demonstrant vielleicht einfach einen an der Waffel hat. Und ob die erste Äußerung vom Ministerpräsidenten Michael Kretschmer nun angemessen gewesen sei oder nicht.

Ehrlich, ich …. *setzen Sie bitte hier Ihre eigene Position zum Sachverhalt ein und fühlen sich verstanden, das macht die ganze folgende Diskussion viel einfacher*

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sonstiges

Schweigen wäre manchmal besser…

Sonntag, die Sonne scheint. Ich sitze mit meinen Jungs beim Eis essen, als wir auf der anderen Elbseite mehrere Fahrzeuge der Feuerwehr sehen. Noch finden meine Kinder das ganz spannend. Was da wohl passiert ist? Feuerwehrgeschichten entspinnen sich beim Kleinsten.

Auf dem Nachhauseweg kommt uns ein Rettungswagen mit Blaulicht von den Elbwiesen entgegen. Jetzt verstummen meine Kinder. Da muss was Schreckliches passiert sein. Mein Mittlerer sagt, da ist bestimmt ein Kind ins Wasser gefallen…

Zu Hause lese ich bei Facebook, dass genau das geschehen ist. Zu dem Zeitpunkt kämpfen die Ärzte um das Leben des zehnjährigen. Meine Kinder fragen mich immer wieder, ob es ihm wohl wieder gut geht – ich weiß es nicht.

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Agentur

Nö, mach ich nicht!

Als Leiterin einer Agentur mit mehreren Mitarbeitern freue ich mich regelmäßig, wenn eine Angebotsabfrage ins Haus flattert. In der Regel weiß der Kunde schon ziemlich genau, was er will. »Bitte unterbreiten Sie uns ein Angebot zur Erstellung eines Kommunikationskonzeptes«, wahlweise auch eine Website, die Umsetzung einer Broschüre oder noch besser eine Kampagne. Soweit so gut.

Kürzlich erhielt ich wieder eine solche Email. Absender ein Kunde aus öffentlicher Hand – ein Ministerium. Eine mehr oder weniger schlaflose Nacht später meine Antwort an den Kunden:

Sehr geehrte Damen und Herren*,

wir werden uns an Ihrer Ausschreibung »…*« nicht beteiligen. Ich möchte Ihnen auch gern erklären, warum. In Ihrer Angebotsabfrage steht neben dem Wunsch nach Preisen Folgendes:

»Bitte fügen Sie dem Angebot eine Arbeitsprobe bei. Diese soll einen Entwurf für den Veranstaltungstitel, das Logo und ein Plakat beinhalten.« 

Nun müssen Sie wissen, dass ich grundsätzlich sehr großes Interesse an dem Auftrag habe, weil ich es thematisch sehr spannend finde und denke, man kann da wirklich schöne Dinge machen.  weiter…

Gleichstellung, Medien, Politik

Es muss auch mal wehtun!

»Wenn es knirscht, dann ist es noch okay«, sagt mein Yogalehrer immer beim Kopf kreisen. »Aber wenn es wehtut, bitte nicht rabiat drüber bügeln!« Der Satz passt zum Thema: Hat nicht in den ganzen letzten Jahren diese ganze Feminismus-, #metoo-, Sexismus- und Frauenquotensache einfach nur geknirscht? Irgendwie haben wir das ja alle mitgemacht.

Es läuft immer nach dem gleichen Schema: Irgendwer stellt fest, dass da einiges nicht ganz so fair und schön ist. Dann gibt es eine kurze Aufregung, mit Glück minimale Änderungen – aber am Ende wird es trotzdem weiter toleriert. Es ist ja auch gar nicht die böse Absicht, irgendwen »in die Pfanne« zu hauen. War ja schließlich schon immer so. Fast immer bleibt alles beim Alten. Veränderung fällt schwer und bedarf Zeit.

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Politik

Sagt ein Politiker zum anderen…

Zwergenaufstand hier und #KikaGate da. Was mich ja angesichts der aktuellen Debatten echt beschäftigt: Wie gehen wir eigentlich miteinander um? Ich schrieb neulich erst, dass ich die Kommentare unter dem KiKa-Beitrag so unterirdisch fand und es scheinbar niemanden mehr stört.

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Medien

Wenn Rassisten Kinderfernsehen gucken

Die Aufregung um die KiKa-Sendung »Schau in meine Welt«, bei der ein 16-jähriges Mädchen und ihr 19-jähriger Freund porträtiert werden, sorgt derzeit im Netz für große Aufregung. Das »Problem«: Sie ist Deutsche, Christin. Und er Syrer, Flüchtling aus Aleppo und Moslem. Die Sendung wurde Ende November ausgestrahlt. Jetzt wandert die Geschichte durch Facebook und jeder, der Ausländern auch nur minimal kritisch gegenüber steht, kommentiert. »Hilfe, wie kann sowas denn ins Kinderfernsehen kommen?«, ist dabei noch die harmlose Variante – wenn auch nicht minder hirnlos als die Mehrzahl der übrigen Kommentare.

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